Belgien - Land voller Gegensätze
Ein Land vor der Spaltung? Wohl nicht ...
Land voller Einheiten
Belgien, das Land im Herzen Europas, das Land der europäischen Hauptstadt Brüssel ist eigentlich ein Stück Holland, ein Stück Deutschland und ein Stück Frankreich. Ein "Kunst"land eben, dass "erschaffen" wurde und nur durch den König besteht, ja beherrschbar ist.
Kommen Sie nun mit uns in den "französischen" Teil Belgiens. In einen Landstrich, den man leicht mit der Provence verwechseln könnte. Kommen Sie mit uns in die Wallonie (Wallonien).
Beschauliche Provinz
Die Häuser in dieser Landschaft sind gelblich, wie aus Sand. Ja, der Sandstein ist hier daheim und hat den Fassaden einen unbersehbaren Stempel aufgedrückt. Durch diese Landschaft zieht sich nicht nur der Sand, sondern auch der Chier, ein länglicher friedlicher Fluss.
Wir sind hier in Torgny, einem kleinen Nest in Wallonien. Hier gibt es einige hundert Menschen, eine Post, einen Metzger, eine kleine Gastwirtschaft und auch wenige Fremdenzimmer. Was es im Überfluss gibt: Geschichte und Frieden, Natur und französische Lebensart im belgischen Lokalcolorit.
Und die Menschen, die hier wohnen, wollen auch hier bleiben. Sie lieben das Land. In der Wallonie gibt es keine Landflucht wie z.B. in Frankreich. Die Jungen wohnen hier noch mit den Urvätern zusammen. Eine Idylle?
Die urbane Welt von Wallonien
Nicht weit vom Chier und auch nicht weit von unserem kleinen Dorf Torny liegt die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Waloniens - Lüttich.
Diese alte Stadt an der Maas, die noch vor wenigen Jahren von der Schwerindustrie (besonders Kohle und Stahl) geprägt war, ist heute eine Stadt der Kultur und der Museen. Über dem Stadtkern von Lüttich prangt die alte Zitadelle und kundet von einer reichen Geschichte.
Alte Architektur und neues Kulturverständnis
Die eindrucksvolle Burg liegt fast 60 Meter hoch über der Stadt. Steigt man den Stufen zur Festung hinauf und ist schließlich (zugegeben - etwas erschöpft) oben angekommen, eröffnet sich ein wunderschöner Rundblick über die Hausdecher. Über 800 Jahre ist die Stadt schon alt und sie ist nicht sehr groß diese Stadt mit den grauen Dächern und den ab und an herausragenden Kirchtürmen. Lediglich 180.000 Einwohner zählt sie. Sie ist klein aber durchaus hübsch und beschaulich.
Inzwischen beheimatet Lüttich nicht nur einen der größten Häfen der Europäischen Union, sondern auch zahlreiche Museen und Galerien - Kultur wird in der Maas-Stadt inzwischen sehr groß geschrieben und dies nicht zuletzt wegen der Touristen, die alljährlich zu tausenden die Stadt besuchen. Vor nicht allzu langer Zeit wurde sogar ein Kulturzentrum für über 40 Millionen Euro eröffnet.
Der Aufbruch in die Zukunft
Nach dem Niedergang der Kohle- und Stahlindustrie flossen viele Fördergelder aus den reicheren nördlichen Landesteilen nach Wallonien und besonders nach Lüttich. Neben den Neubauten in Sachen Kultur wurde auch viel in den Neubau des Bahnhofs gesteckt. Er verbindet Lüttich mit Köln, Paris, Brüssel und London. Mehr als 500 Züge fahren täglich diesen Palast aus Stahl und Glas an. Mehr als 30.000 Bahnreisende steigen in Lüttich ein oder um. Lüttich hat sich in den letzten Jahren, auch Dank der Fördergelder, richtig hübsch gemacht. Aus der grauen und sehr schmutzigen Industriestadt ist ein kleine Metropole geworden.
Vor allem im Sommer ist die Stadt an der Maas ein Genuss, kleine Cafés laden den Urlauber zum Verweilen ein. Die Fußgängerzonen und die Shopping-Straßen und Einkaufszentren sind verlockend und nicht zuletzt der Besuch der neuen Museen kann einen Besuch in der Bezirkshaupstadt bereichern bzw. abrunden.
Wallonien ist wirklich ein wunderschöner und mannigfaltiger Landstrich. Zwischen kleinen Dörfern und alten Industriestädten trifft diese Region dem Besucher tief im Herzen. Diese Stadt in Europa zieht den Besucher in den Bann. Traumhaft und trotzdem irgendwie provinziell schön mit dem Hang zur Urbanität.
Quelle: NWP