Warum gibt es einen Muttertag?
Braucht man einen extra Tag, um an die eigene Mutter zu denken? Nein, natürlich nicht. Warum dann ein Muttertag?
Historisch gesehen hat sich der Muttertag aus frauenrechtlichen Bewegungen gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den USA entwickelt. Als Begründerin des heutigen Muttertags wird allgemein Anna Marie Jarvis angesehen, die 1907 zu Ehren des zweiten Todestages ihrer eigenen Mutter den Memorial Mothers Day feierte.
Nach vielen Briefen an Politiker und Einsatz all ihrer Kraft und Zeit war ihr Streben schlussendlich von Erfolg gekrönt: Am 8. Mai 1914 wurde vom US Kongress die Resolution verabschiedet, die den 2. Sonntag im Mai fest zum Muttertag machte. Als sichtbares Zeichen der Liebe, Verehrung und Achtung aller Mütter. Im Jahr 1914 wurde der Muttertag damit erstmals als allgemeiner Feiertag begangen.
Es gibt allerdings schon viel frühere Hinweise auf Feste, die zu Ehren von Müttern gefeiert wurden:
Bei den alten Griechen wurde ein Fest zu Ehren der Urmutter Rhea gefeiert. Im mittelalterlichen Großbritannien gab es bereits einen "mothering Sunday", an dem der Mutter Kirche, und ebenfalls den leiblichen Müttern, gedankt wurde.
In Deutschland wurde der Muttertag auf eine Initiative des Verbands Deutscher Blumengeschäftsinhaber im Jahr 1922 auf den Plan gebracht. Mit Plakataktionen und Werbung sollte dieser Tag dafür genutzt werden, der lieben Mutter ein Blumengeschenk darzubieten.
Damit ist die Wurzel des Tages in Deutschland ganz klar aus rein wirtschaftlichen Interessen entstanden; ist doch der Muttertag nach Weihnachten der umsatzträchtigste Tag des Jahres.
Obwohl sich mittlerweile viele Menschen eher negativ über den Muttertag äußern und ihn als kommerzielle Falle oder Zwangsveranstaltung ansehen, bleibt die Bedeutung des Tages ungebrochen.
Wer glaubt, sich mit dem Muttertag freikaufen zu können, irrt genauso, wie der, der ihn verteufelt. Das Gleichgewicht zwischen einem dauernden Dankbarkeitsgefühl, dessen Ausdruck gegenüber der Mutter und der einmaligen Beachtung am Muttertag sollte gewahrt bleiben.
Man kann über den Muttertag denken, was man will. Er ist und bleibt ein wichtiger Tag, um das zu tun, was zwar selbstverständlich ist, aber in der heutigen schnelllebigen Zeit viel zu oft vergessen wird: dem Menschen Dankbarkeit und Liebe zu zeigen, der einem nicht nur das Leben geschenkt hat, sondern der sein ganzes Leben lang für einen da ist: der eigenen Mutter.
Quelle: NWP